Fahrrad/MTB

Roter Stahl: Surly Bridge Club 2020

Nach geraumer Zeit mit meinem Concept Cycle CCF2 als Stadt-MTB war es mal wieder Zeit für eine Veränderung. Ich wollte wieder meine Gepäckträgertaschen verwenden, also kam nur ein Hardtail in Frage. Da ich Kern-Komponenten wie die Laufräder weiterverwenden wollte, stand der Anforderungskatalog fest:

-Hardtail für 26″

-genügend Platz für 26 x 2,4″ (Schwalbe Super Moto X, 58mm breit)

-Größe in S (max 43cm Sitzrohrlänge)

Nach dem Desaster mit meiner mehr als gut geschundenen Fox Float 120 (2012 gebraucht gekauft; Tauchrohr-Dichtung drückt Öl raus) und dem Blick auf die Preise einer RockShox Reba kam dann noch eine Anforderung hinzu, ganz im Sinne der Wartungsarmut:

-Starrgabel

Dann begann die Suche. Und mir wurde schnell klar, daß es nicht mehr 2010 ist – 26″ MTBs sind anscheinend eine aussterbende Rasse… 😮

Beim Hersteller meines ersten MTB-Hardtails, Transalp24, gibt es immer noch das Ambition Team als Rahmen zu kaufen, auch in 26″. In den Bikeshops fand ich dann auch passende Alu-Starrgabeln für breite Reifen. Tja, und dann stolperte ich über den Stahl aus good ‘ol ‘Merica in Form der abgefahrenen Stahl-Bikes von Surly (Bloomington, Minnesota). Die bieten für jeden Geschmack etwas, gerade im Bereich der Reise- und Fat-Bikes. Beim Bridge Club klickte alles sofort richtig: Platz sogar für 3″ breite Reifen, kompatibel 26″ und 27,5″, Befestigungs-Ösen en masse, Rahmen-Gabel-Set zum annehmbaren Preis und dann auch noch Farben in Nicht-Schwarz. In Größe S und der Farbe “Grandma’s Lipstick” (ganz ehrlich: bei den Namen für die Farben wie z.B. “Illegal Smile”, “Blacktacular”, “Tan Cargo Shorts” und “Norwegian Cheese Brown” machen die Amis den Briten Konkurrenz! 😆 ) hab ich dann zugeschlagen. 😎

Die Daten sind echt der Hammer, vor allem aus MTB-Sicht. Breite Reifen und große Bremsscheiben, so mag ich das… 😉

-Material: 4130 CroMoly-Stahl

-Ausfallende: Vertikal, 138mm Gnot-Boost (135mm oder 141mm)

-Gabel: 9 x 100mm

-Bremsen Rahmen & Gabel: IS2000 bis 203mm (ja, auch der Rahmen ❗ )

-Sitzrohr: 27,2mm (Schraub-Sattelrohrklemme im Lieferumfang)

-Steuerrohr: 1-1/8″ (benötigter Steuersatz: EC34/28.6 | EC34/30)

-Bottom Bracket: 73mm BSA (z.B. für Shimano Hollowtech II)

-Reifen Kompatibilität: 26 x 3″ oder 27,5 x 2,8″

-Reifen Kompatibilität mit Schutzblechen: 26 x 2,8″ oder 27,5 x 2,6″

 

Das Rahmen-Gabel-Set kommt in einer passenden Karton-Größe und nicht in einem riesigen Fahrrad-Karton. Die Leute von der Post freut das… 😉

 

Cosmic Sport ist der offizielle Importeur für so ziemlich alle Fahrrad-Sachen aus den U.S. von A. 😉

 

Gut eingepackt. Gerade der hintere Teil vom Rahmen ist nochmal besonders gestützt und geschützt.

 

Und da sind die guten Stahl-Teile! Verarbeitung und Qualität passen, zu schwer ist das Ganze auch nicht. Die schiere Anzahl der Befestigungsösen ist überwältigend! 😛

 

Die Reifenfreiheit ist einfach gigantisch! Nun, 26 x 3,0″ um genau zu sein. 😉

 

Nein, die Gabel hat keine Pickel… 😛

 

Dem Rahmen liegt ein detailliertes SpecSheet bei. Und auch das Protokoll von Hibike, wo einige Nachbesserungsarbeiten ausgeführt wurden.

 

Ein “bißchen” Zubehör… 😉

 

Entgegen dem Bild im Shop: Nein, beim Rahmen-Gabel-Set ist KEIN Steuersatz dabei! Also Zwangspause übers Wochenende. Bei der Gelegenheit hab ich noch was über die Steuersatz-Bemaßung gelernt und ein paar zusätzliche Teile bestellt.

 

Beim Steuersatz hab ich mich ganz klassisch für den Cane Creek Forty entschieden. Die Maße sind EC34/28.6 | EC34/30 und mit dem neu erworbenen Wissen weiß ich jetzt auch endlich, daß “EC” für “External Cup” steht. Bei semi-integrierten Steuersätzen ist der Sitz für das Kugellager schon in das Steuerrohr mit rein gefräst. 💡

 

Bei der Gelegenheit hab ich mir mal noch ein neues Tretlager (Shimano XT BB-MT800) und ne passende Magnetschale zum Parktool Montageständer besorgt. Übrigens: Der graue Ring ist nicht zum Festziehen der Lager per Hand gedacht, sondern das ist der Adapter FC25 auf FC32, so daß man das Standard-Hollowtech-Werkzeug TL-FC32 benutzen kann.

 

Dann der große Zittermoment: Einpressen der Lagerschalen! Es ist etwas fiddelig und man muss auch auf die korrekte Ausrichtung (Grafikaufdrucke!) achten. Und genau dafür ist das Einpresswerkzeug gemacht: langsam und kontrolliert Druck erzeugen. Mit nem Hammer kommt man hier nicht weit… 😉

 

Der Kronenring muss leider ganz klassisch aufgehämmert werden. Dafür sitzt der dann aber auch bomenfest.

 

Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich noch den IS-PM-Adapter angeschraubt. Es ist schon geil, daß die Stahl-Starrgabel bis 203mm Bremsscheiben verträgt. 😎

 

Die Lager sind auch schnell reingeschraubt. Wie gesagt, bei Hollowtech-Werkzeugen braucht man den mitgelieferten FC25-Adapter, da die Lagerschalen einen kleineren Durchmesser haben.

 

Der Adapter sitzt so fest, daß man auch problemlos das Stück raussägen kann. So kann man z.B. bei montierter Kurbel die Lager nachziehen.

 

Es ist schon erstaunlich, daß das CCF2 bis jetzt ohne Macken durchgehalten hat. 2012 gebraucht als Rahmen-Gabel-Set mit der Fox gekauft, unbekannte Kilometerzahl/Gebrauch, gnadenlos als MTB die Berge runter geprügelt und durch den Großstadtdschungel. Aber wie gesagt, die Fox Float 120 ist jetzt endgültig am Ende… 😕

 

Ausgemessen, geschnitten, passt. Für den Aufbau habe ich mich ganz klassisch für einen 90mm Vorbau mit 20mm Spacer entschieden.

 

Ähm ja, beim Anbringen der Kette war ich wohl einen Moment unachtsam gewesen… 😆

 

Problem #1: Die Rohloff ExBox ist im Weg. Ich wollte dann die Drehmomentstütze und ExBox versetzen, aber meine Speedhub hatte etwas dagegen: 3 Schrauben (Torx!) ließen sich nicht mehr lösen und drehten die Köpfe rund. Doof… 😕

Problem #2: Bei der Drehung der ExBox nach vorne war sie dann dem Seitenständer im Weg.

 

Problem #3: Die offenen Gewindeaugen im Rahmen mussten nachgeschnitten werden, da hier Farbe hinein gelangt war. Ein Durchgang mit den Pre-Cutter 1 war da schon ausreichend gewesen, um die Farbreste zu entfernen.

 

Beim Gepäckträger hatte ich mich für den Pletscher Wersa entschieden.

 

Erste Anprobe der SKS 75U. Gepäckträger und Schutzblechstreben kommen sich etwas in die Quere, da ist nicht viel Spielraum.

 

Bei dem Bild tut mir mein Handgelenk wieder weh… 😛

Also Bremsscheibenwechsel macht mit ner schrottigen Ratsche einfach keinen Spaß. Dafür glänzt die Shimano SM-RT66 so schön neu… 😉

 

In der Kombination mit der Befestigung ganz unten braucht man die längsten Streben im Set. Das SKS 75U passt wegen den Rundungen der Gabel oben knapp, aber ich konnte auch das obere Montageloch verwenden.

 


 

Erste Grobeinstellungen, alle Schrauben festziehen, Sattel drauf und erste Testfahrt! 😎

Nach Jahren des fahrenden Sofas ist die Umstellung auf ein Starrbike doch schon hart (haha, Wortwitz! 😛 ). Selbst mit 2 Bar vorne und 2,5 Bar hinten merkt man den Untergrund doch noch sehr deutlich. Die Fahrposition ist auch deutlich sportlicher als vorher mit dem Riser-Vorbau. Dafür ist das Fahrverhalten jetzt äußerst zackig! Antritt, Beschleunigung, Kurven – alles ist sehr direkt. 😎

 

Bei den zigtausenden Montagepunkten bleibt noch Platz für einen Flaschenhalter und das große Faltschloss im Rahmendreieck.

 

Hinten habe ich es so hingedengelt bekommen, daß alle Komponenten im Bereich der Hinterachse miteinander klar kommen. Aber es war sehr knapp.

 

Bei Stahlbikes muss ein Brooks-Sattel schon sein… 😉 (Sattelstütze: Sixpack Menace)

 

Der Hebie Chainglider ist ein echter Segen im Stadtalltag. Nicht nur schützt er die Kleidung, er schützt selbst in diesem halboffenen Zustand die Kette für dem Auswaschen des Öls bei Regen. Ich muss viel seltener ölen als vorher ohne Kettenschutz.

 

Dicke passen gut: Meine Schwalbe Super Moto X  26 x 2.4 wirken in dem Rahmen echt schmächtig. Sie sind 58mm breit und haben noch massig Platz.

 

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