3D-Drucker haben mich schon des öfteren gereizt, aber ich hatte mich nie genauer damit beschäftigt. Vor ein paar Wochen kam das Thema wieder auf und ich las mich ein – was gibt es alles für Typen, was können die, was kostet der ganze Spaß. Anstoß war dieser Thread im FliteTest-Forum gewesen und das befeuerte meinen Wunsch, CAD zu lernen und als mittelfristiges Ziel eigene Flugmodelle am PC zu konstruieren und mit einem 3D-Drucker auszudrucken… 😉

Als erstes bin ich über die Creality C-10S gestolpert, die ausgewogene Features zu einem angemessenen Preis bieten. Es sind “konventionelle” 3D-Drucker mit einem beweglichen Schlitten. Etwas abgehalten hat mich dann, daß man beim C-10 3S “nur” 300 x 300 x 400 mm Bauraum hat – gerade für Flügel ist das zuwenig. Der C-10 5S mit 500 x 500 x 500 mm Bauraum geht dann aber gleich schon in Richtung 1000€ los. Umpf. Außerdem heizt der das Bett nur bis 350 mm, nicht die ganze Fläche…  😯

Dann gab mir dieses Video den Schubs in die richtige Richtung:

 

Richtig, go big or go home! Nach einigen anderen Reviews fiel dann die Wahl auf einen der größten Delta-/Kossel-Drucker, dem Tevo Little Monster. 😎

Wobei “Little” etwas untertrieben ist, wenn das Paket schon etwa 30kg wiegt… 😆

 

Bestellt hatte ich direkt im Tevo Store. Für den ganzen Bestellvorgang braucht man sehr viel Geduld. Tevo hat für den Bestellbearbeitung 1,5 Wochen gebraucht, UPS für den Versand noch länger. Die Odyssee lässt sich gut im Tracking nachlesen… 🙄

 

Dann hieß es erstmal auspacken. Mit bestellt hatte ich noch 3 Rollen Filament. Die Teile vom Little Monster waren alle gut im Schaum eingepackt.

 

Ich habe dann erstmal alle Teile sortiert. 3D-Puzzle für Fortgeschrittene…  😆

 

Und ich habe alle Teile mal auf die Waage gestellt. Fertig zusammengebaut wiegt der TLM etwa 22,5 kg. Das ist wesentlich leichter als die im Shop angegebenen 38 kg.


Aufbau

Die Bedienungsanleitung ist recht eindeutig ausgeführt, wobei an einigen Stellen Änderungsbedarf besteht, dazu später mehr. Und gaaanz wichtig: Locktite für alle Schrauben! Als erstes war das Grundgerüst dran.

 

Und an dem Punkt realisierte ich meinen Fehler: Eine Seite der Zahnriemen war außerhalb des Kanals! Also durfte ich den Deckel nochmal abschrauben und die Riemen richtig einsetzen…

 

Dann ging es weiter nach Anleitung. Erfreulich: Die Trolleys waren schon korrekt und ohne Spiel eingestellt, so hatte ich hier keinen Justierbedarf.

 

Dieser Punkt der Anleitung müsste vor dem Zeitpunkt kommen, in dem man den Deckel festschraubt. Denn die Spacer & Schrauben der optischen Endstops sind echt der Hass, weil einfach kein Platz für die Finger ist. Außerdem sind die Spacer aus Aluminium und ließen sich manchmal nicht gerade reinschrauben – folgerichtig brach ich gleich beim zweiten Loch einen ab. 🙁

 

Weiter ging es dann mit dem Star der Show: Dem Druckkopf.

 

 

 

Dann ging es ans Eingemachte: Verkabelung. Die Kabel sind auf dem MKS SBASE V1.3 schon eingesteckt, was insgesamt schon einen ziemlichen Kabelwust verursacht.

 

Erste Modifikation: Warum auch immer war der Lüfter saugend montiert, was zur Kühlung des Boards nun wirklich nicht geeignet ist. Also habe ich ihn kurzerhand umgedreht.

 

Den einen Steppermotor musste ich dann noch auf links drehen, da der Anschluss in Richtung Netzteil zeigte. Das war dem Stecker nicht zuträglich, außerdem war das Kabel dann noch zu kurz.

 

Die zwei roten LEDs des Netzteils zeigen an, wenn das Bett aufgeheizt wird. Nur zu dumm, daß der Heißkleber nicht am Metall gehalten hat.

 

Dann heißt es weiter die wichtigen Sachen verkabeln. Die Bedienungsanleitung ist da schon recht eindeutig, wenn man lesen kann. Auch das Verkabelungsschema ist da hilfreich.

 

 

 

Auch ein wichtiger Schritt: Aufkleben des Pads auf die Glasplatte.

 

Mit Kabelbindern werden störrische Kabel gezähmt!  😆

 

Houston, we have Strom! Ein paar Sekunden nach dem Einschalten ist der Drucker bereit. Btw: Das Netzteil hat zwei USB-Ports zur Stromversorgung, ich habe da z.B. eine LED-Lampe angeschlossen.

 

1kg Filament sind auf so einer Rolle. Anscheinend hat Tevo aber ein Teil vergessen oder es ist zukünftig als Zubehör verfügbar: Filament-Führung und Knickschutz für das Hauptkabel. Zwei Gewindelöcher sind da jedenfalls vorhanden.

 

Das störrische PLA-Filament in den Extruder einzuschieben ist gar nicht so einfach. Es muss nämlich durch den Extruder, durch die PTFE-Röhre bis ganz hinunter zum Heizelement geschoben werden.


Erster Einsatz

Vor dem Druck kommt erstmal die Kalibrierung. Beim TLM ist das aber nur ein Druck auf den Touchscreen und etwa 17 Minuten Zeit.

 

Im Handbuch stehen noch Einstellungen, wie man die Slicer-Software konfiguriert. Ich habe aber erstmal den auf der SD-Karte vorhandenen 20mm-Kubus ausgedruckt.

 

Fertig! Für den ersten Druck ganz gut, auch wenn ich die Settings nicht kenne, mit denen der Kubus gedruckt wurde. Die Haftungskraft auf dem Pad war auf jeden Fall enorm, ich musste da richtig Gewalt anwenden.

 

Tevo “Little” Monster – das Ding ist 22,5 kg schwer und 127 cm hoch (Filamentspule). Der Deckel ist 6mm dick und die Bodenplatte sogar 7mm. Der Drucker ist wirklich stabil gebaut! 😎

 

Der 30mm Lüfter des Heizelementes verabschiedete sich nach etwa 2 Minuten mit einem satten Kurzschluss, deswegen dreht er sich in den Videos nicht. Der Lüfter wird aber gebraucht, damit das Filament in der Röhre nicht zu heiß wird und das Loch verstopft. Da muss ich mir was einfallen lassen, da die Lüfter mit 24V angesteuert werden.

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