Werkstatt/Basteln

Eine echt scharfe Sache³: WorkSharp Knife and Tool Sharpener Ken Onion Edition

Nach dem Spyderco Sharpmaker und dem Lansky Sharening System habe ich mir noch einen Messerschärfer bestellt. Zuerst dachte ich da an ein besseres geführtes System mit Schleifsteinen wie Edge Pro Apex oder Wicked Edge Travel. Diese brauchen allerdings Wasser oder Öl als Medium und sind auch recht zeitaufwändig, da man durch 4-5 Körnungen durchgehen und das außerdem auf der anderen Seite der Schneide wiederholen muss. Eine elektrische Machine wäre da natürlich praktisch, so bin ich auf den WorkSharp Knife and Tool Sharpener Ken Onion Edition (puh, was für eine lange Bezeichnung) gestoßen. Das ist ein Bandschleifgerät mit variabler Geschwindigkeit und einem Messerführungsaufsatz. 🙂

 

 

Im Lieferumfang sind das Gerät, 5 Bänder, zwei Befestugungsschrauben, Anleitung + DVD und ein Quickstart-Poster dabei.

 

 

 

Die Führungshilfe für lange Messer kann man auch hochklappen, wenn man mit der Schneide näher an das Schleifband muss. Z.B. bei Taschenmessern oder anderen Spezialformen.

Unten rechts ist die Spannrolle zu sehen. Sie hält das Schleifband auf Spannung und ermöglich außerdem auch dessen Wechsel. Man drückt die Rolle nach oben und zieht das Schleifband einfach von der oberen Führungsrolle beginnend ab. Der Wechsel ist wirklich simpel- 😎

 

 

Das Kernstück der Messerführung. Die Backen werden näher zum Schleifband oder eben weiter weg verstellt und stellen so den Schleifwinkel ein. Das Messer wird dann jeweils an der äußeren Innenseite geführt. Man kann diesen Aufsatz auch abnehmen und das Gerät als freihand Bandschleifer einsetzen, weiter unten dazu mehr.

 

 

Die Kontrollen am Gerät: Mit dem gelben Hebel stellt man die Spurtreue des Schleifbandes ein.

Der Fingerschalter hat auf der Unterseite die Geschwindigkeitsverstellung. Mit dem seitlichen Knopf wird der Fingerschalter eingerastet, das Gerät ist dann im Dauerbetrieb.

 

 

Nettes Detail: Das Gerät kann auf dem Tisch eingesetzt werden, dafür hat es 4 Gummifüße. Genialerweise hat es aber auch Gewinde auf der Unterseite, welche zwei Funktionen haben: Zum einen kann man das Gerät mit den zwei mitgelieferten Schrauben auf einer Platte festschrauben, zum anderen aber auch auf einem Stativ. Denn das Gewinde ist 1/4 Zoll, also Stativgewinde. Das ist natürlich praktisch, wenn man für das Gerät keinen Platz auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte hat. 😎

 

 

Der Schleifaufsatz selber ist auf einem Ring befestigt, der sich auf dem Motorgehäuse drehen kann. Ein federgelagerter Hebel greift dann in die Kerbe. Es gibt 5 Kerben, mit denen man den Winkel des Aufsatzes verstellen kann. Wenn man den Messeraufsatz entfernt, kann man das Gerät dann als freihand Bandschleifer einsetzen, z.B. für das Schärfen von großen Objekten (Rasenmäherklingen, Äxte, Spaten, usw).

Bei der Drehung gegen den Uhrzeigersinn nimmt man den Schleifaufsatz ganz ab. Es gibt noch zwei andere Aufsätze als Zubehör: Tool Grinding Attachment und Blade Grinding Attachment.

 

 

 

Der Quick Start Guide gibt eine schnelle Übersicht, wie man was schärfen kann. In der Bedienungsanleitung sind dann noch mehr Möglichkeiten aufgeführt, z.B. für Messer mit Wellenschliff und Scheren.

 

 

 

Die Bänder der Ken Onion Edition sind breiter als bei der vorherigen Version des WorkSharp, das sieht man sehr deutlich im Vergleich zu dem lilanen 6000er Schleifband.

Das 120er ist noch ein “normales” Schleifband, die X65/X22/X4 weisen eine besondere Struktur auf. Norton Norax hat eine 3D Mikrostruktur mit mehreren Schichten, was dem Schleifband während seiner Lebenszeit eine gleichmäßige Oberfläche verleiht – und dabei immer die gleiche Körnung aufweist. Es ist erst verschlissen, wenn man sich bis zum Trägermaterial runtergeschliffen hat. Genial! 🙂

Das P120 hat Norton SG (keramisches Aluminiumoxid) mit Körnung 120. X65 heißt in diesem Fall, daß Norton Norax (strukturiertes dreifach-schrägverzahntes Aluminiumoxid) das Schleifmittel ist und die Körnung 65µm groß ist. Das 6000er hat SiC (Silicon Carbide) mit 2µm als Schleifmittel.

Als Vergleich hat man im Set also folgende Körnungen: 120, 220 (X65), 1000 (X22), 3000 (X4), 6000

Für den Tool Grinder gibt es noch die 60er Körnung (Norton ZA) und für den Blade Grinder die 12000er Körnung (SiC 1µ).

 

 

Als erstes “Opfer” musste wieder mein altes Thomas Messer herhalten. Man schleift sich durch die 4 Körnungen in unter 5 Minuten, der WorkSharp ist wirklich verdammt schnell, selbst auf geringster Geschwindigkeit. Selbst das X65 nimmt schon gut Material weg, das sollte man nicht unterschätzen. Es braucht ein bißchen Übung, bis man sich an die Messerführung gewöhnt hat. Viel falsch machen kann man aber nicht. Wichtig ist es, die Schneide immer parallel zum Schleifband zu führen. Das heißt also, daß man auch der Kurve der Messerspitze folgen muss und spätestens in der Mitte des Schleifbandes stoppt – so verhindert man runde Messerpitzen.

Btw: Das Messer wird zwar etwas warm, allerdings nicht heiß – das ist der Vorteil der geringen Geschwindigkeit. 😎

 

 

Und da zeigt sich schon der Nachteil der Messerführung: Die Gusskanten des Messeraufsatzes können das Messer zerkratzen!  😮

Was ok ist, denn ich hatte das schon vorher in den Amazonrezensionen gelesen. Schön ist das aber trotzdem nicht, daß man als Kunde selber noch Hand anlegen muss, um seine Messer zu schützen. Ich habe dann Teflonband um die Backen des Messeraufsatzes gewickelt, jetzt gibt es keine Kratzer mehr. 😉

 

 

Ich hab das Messer durch die 4 Körnungen gezogen, zum Schluss glaube ich 7 Durchgänge mit dem 6000er. Das ist wirklich mal eine Politur, bei dem die Schneide glänzt… 😎

 

 

Da man da natürlich nix erkennt, habe ich die Klinge mal etwas anders ausgerichtet. Die Aufnahmen mit meinem Makro-Objektiv auf 1:1 (Panagor PMC Auto 90/2.8 Macro) zeigen durchaus ein relativ gleichmäßiges Schleifbild. In der Mikrostruktur ist durchaus noch Potential, aber dies war mein erster Versuch – und sauscharf ist das Messer jetzt sowieso! 😉

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.