Werkstatt/Basteln

Eine echt scharfe Sache²: Lansky Knife Sharpening System

Zwei Messerschärfer in so kurzer Zeit? Japp, nach den Erfahrungen mit dem Spyderco Sharpmaker wurde mir schnell klar, daß eine präzise Schleifführung freihand einfach nicht machbar ist. Also habe ich mich nach geführten Schleifsystemen umgeschaut. Nassschleifer wie z.B. Edge Pro Apex sagen mir nicht wirklich zu, da sie durch das benötigte Wasser eben eine große Sauerei machen. Unter den preisgünstigen Systemen gibt es das von Lansky, welches eine andere Art der Stabführung und außerdem Schleifsteine mit Griffen verwendet. Außerdem ist als Flüssigkeit nur ein paar Tropfen Schleiföl notwendig. Perfekt also für den gelegentlichen Gebrauch… 😎

Ich habe mir das Set mit 5 Schleifsteinen gekauft, vollständig heißt es Lansky Deluxe Sharpening System.

Im Set sind folgende Schleifsteine enthalten:

Extra Coarse Black Hone: (70 grit) for re-profiling the bevel grind
Coarse Red Hone: (120 grit) for edge reconditioning
Medium Green Hone: (280 grit) for sharpening and less frequent touch-ups
Fine Blue Hone: (600 grit) for most frequent touch-ups to keep your blade paper-slicing sharp
Ultra-Fine Ceramic Yellow Hone: (1000 grit) for polishing the edge for a razor sharp edge

 

 

Lansky hat anscheinend zwischendrin mal das Modell erneuert. Etliche Youtube-User hatten sich nämlich darüber beschwert, daß die Metallklemme die Messer zerkratzen kann. Das aktuelle Modell hat (neben einer zweiten Fingerschraube) Gummipads zu Schutz der Klinge. 😎

 

 

In weiser Voraussicht habe ich mir den Tischhalter mit bestellt. Weil den Messerschärfer die ganze Zeit in der Hand zu halten wird auf Dauer zu anstrengend… 😉

Das Material ist übrigens Aluminium.

 

 

Der Kern des Lansky-Systems: Der Schleifstein mit der Führungsstange. Hier zeigt sich leider auch der Effekt des günstigen Preises, denn die Stangen sind nicht gerade präzise und lassen sich auch leicht verbiegen. Ein anderes Design und vor allem härteres Metall wäre hier besser gewesen.

 

 

 

Auf dem Dachboden bin ich über die perfekte Grundplatte für den Tischhalter gestolpert: Ein altes Schneidbrett aus Holz. Ich habe dann einfach 4 Spax-Schrauben (4,0 x 25) genommen und den Halter festgeschraubt. Durch die Größe kann man das Zubehör gut ablegen und saut so nicht den Tisch ein. 😉

 

 

Als erstes Opfer musste ein altes Thomas Messer herhalten, dessen Klinge die besten Tage weit hinter sich hatte. Da der Messerrücken etwas dicker ist, muss man hier den Winkel der Halter entsprechend anpassen, damit die Klinge sicher gehalten wird.

Btw: Die Klemmen sind (wie auch der Tischhalter) aus Aluminium gefertigt.

 

 

Zum Testen des Schneidwinkels habe ich an ein paar Stellen Striche mit einem Permanentmarker aufgetragen. So sieht man dann, wo Material abgetragen wird und wo nicht.

 

 

Und dann kann man loslegen! 20° entspricht dann 40° Schneidwinkel, das die meisten Haushaltsmesser haben. Lansky gibt dazu auch ein paar Tips:

17° Angle – A severe angle recommended for razor blades, fillet knives or similar tools. An extremely sharp but delicate edge.

20° Angle – A commonly used angle for higher quality blades and provides an excellent edge for kitchen cutlery and slicing knives.

25° Angle – The recommended angle for most knives that need a durable, sharp edge. Ideal for hunting and outdoor knives.

30° Angle – An outstanding angle for knives that cut cardboard, rope or carpets. Best for heavy duty use.

 

Oder um es mit dem Worten eines Messerschmiedes zu sagen: Dünne Schneiden (30°) sind für Anwendungen gedacht, wo das Messer durchs Material gleiten muss und nicht mit härteren Materialien zu tun hat – denn so eine dünne Schneide ist extrem empfindlich und braucht einen harten Stahl.

40° ist für die meisten Haushaltsmesser die Norm und stellt den besten Kompromiss aus Schärfe und Haltbarkeit dar.

50° und 60° sind für die “Härtefälle” gedacht, wo viel Kraft auf harte Materialien trifft. Hintergrund ist hier, daß schlichtweg mehr Metall zur Verfügung steht, was die Schneide widerstandsfähiger macht. Auch Äxte sind z.B. so geschliffen.

 

 

Nach dem Test mit dem Permanentmarker zeigte sich, daß die Klinge sehr unterschiedlich ist – also entschied ich mich für eine Rekontur mit 40° (20°) mit dem roten 120er Schleifstein.

 

 

Ein Zeichen, daß es funktioniert: Auf den Schleifsteinen sammelt sich der dunkle Metallstaub… 😉

 

 

Dann kam eins meiner meistgebrauchten Messer (Zwilling Motion) an die Reihe. Und da zeigte sich auch ein weiteres Problem: Das Messer muss eine gewisse Entfernung rausschauen, damit der Schleifstein nicht am Halter schleift. Das ist aber auch in der Bedienungsanleitung so erwähnt. 😉

Auch wichtig: Da das Messer sehr flexibel ist, muss man an der Spitze wenig Kraft einsetzen oder sie mit dem Finger abstützen. Oder man klemmt das Messer um und bearbeitet die Spitze nochmal gesondert.

 

 

Die Bedienung des Schleifsystems hat man schnell raus, wie man den Schleifstein führen muss und welche Bewegung das beste Ergebnis erzielt. Der Tischhalter ist dabei eine große Hilfe, auch wenn die Klemmen auf dem Halter rumwackeln – die Löcher sind irgendwie komisch geformt. Wenn man die Klemmen mit der anderen Hand aber in eine Richtung drückt und dort hält, dann hat man eine stabile Plattform. Auch das große Küchenbrett hilft dabei.

Das ganze System ist natürlich nicht perfekt oder erreicht die Präzision eines Edge Pro Systems. Gerade die Führungsstangen sind wie gesagt etwas anfällig. Auch sind die Ausschnitte in der Klemme für die kleineren Winkel etwas zu groß, die Führungsstange hat etwas vertikales Spiel. Dafür kostet das ganze Set aber auch nur einen Bruchteil von den professionellen Systemen, das darf man ja nicht vergessen. Für den Hausgebrauch reicht es allemal… 😉

Btw: Der Spyderco Sharpmaker wird bei mir nicht arbeitslos – schließlich kann der eben auch Messer mit Wellenschliff schärfen… 😉

 

 

Für das grande finale habe ich mir dann mal noch so ein Abziehleder gekauft, das gibt den Messern noch den letzten Kick. 😎

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