Fotografie

Pixel-Magie: Rauschreduzierung durch Image Averaging

Durch ein Video von Tony Northrup bin ich auf das Thema Rauschreduzierung durch Image Averaging gestoßen. Dabei werden mehrere Bilder als Layer gestapelt und durch die Median-Berechnung das Farbrauschen des Kamerasensors heraus gerechnet. Das ist durchaus sinnvoll, wenn man mit hohen ISO-Zahlen fotografieren muss und ein rauschärmeres Bild haben will. Das Ergebnis kann durchaus beeindruckend sein.  😎

 

 

Das musste ich natürlich selber mal ausprobieren. Adobe Photoshop hat alle Tools schon an Bord, allerdings habe ich seit dem Wechsel auf Capture One Pro das Fotografiepaket (Lightroom + Photoshop) von Adobe nicht mehr. GIMP ist ein freies Bildbearbeitungsprogramm, das auch vieles kann und für das es tausende Plugins für jeden Zweck gibt. Allerdings braucht es bei dem Programm einige Einarbeitungszeit, bis man da die benötigten Funktionen intus hat… 😉

Eine Hilfe ist definitiv dieser Artikel von Pat Davidhttps://patdavid.net/2013/05/noise-removal-in-photos-with-median_6.html

GIMP kann unter anderem auch die Ebenenverarbeitung, genau da setzt das Plugin G’MIC an. Das Plugin besitzt in den zahlreichen Funktionen auch die Ebenenmanipulation wie z.B. die Ausrichtung der Ebenen zueinander (falls man die Kamera etwas verwackelt hat) oder eben die Median-Berechnung. Dazu öffnet man die Bilder als Ebenen, in dem Fall habe ich 10 Bilder gemacht.

 

 

Dann ruft man G’MIC auf. Der Input muss hier auf “All Visible” gestellt werden, damit alle Ebenen verwendet werden. Bei Output kann man optional “New Layers” auswählen, dann werden die originalen Ebenen beibehalten. Braucht man aber nicht wirklich… 😉

Beim Filter wählt man unter Layers dann Blend (median) aus und drückt Apply. Dadurch werden die Ebenen gegeneinander verrechnet, das Ergebnis ist dann ein deutlich rauschärmeres Bild. Von der Geschwindigkeit her ist das Plugin echt fix. Die 10 JPEGs mit je 24 Megapixeln wurden innerhalb von 10 Sekunden berechnet, der AMD FX-9370 war zeitweise auf 100% Auslastung und die 16GB RAM zu 83% gefüllt – das nenne ich mal eine gute Hardwareauslastung…  😀

 

 

Das Ergebnis ist echt der Hammer! Ich habe mit meiner Sony A6000 auf ISO 25600 fotografiert, was das Maximum der Kamera darstellt. Farbrauschen ist hier nun wirklich nicht zu übersehen. Und genau das ist der perfekte Test für das Prozedere. Links ist das Original, rechts das Bild nach der Median-Berechnung. Wow!  😮  😀

 

 

Im Ausschnitt sieht man natürlich besser, welchen Vorteil diese Methode gegenüber der klassischen Rauschreduzierung hat: Die feinen Details bleiben erhalten! Das sieht man besonders gut im Unschärfebereich auf der linken Seite des AVR: Die Schrift “TUNER PRESET CH” und “PHONES” ist im Original matschig und kaum zu lesen, nach dem Durchlauf von G’MIC aber deutlich lesbar.  😎

 


 

Edit: So, ich hab mir jetzt doch wieder Photoshop geholt. Das ist vom Workflow her einfach besser und kann z.B. auch Ebenen automatisch zueinander ausrichten. Wenn man einmal ernsthaft mit Photoshop gearbeitet hat, dann kommt man nur schwer wieder davon los…  😀  😛

So schaut der ganze Prozess dann dort aus:

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